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podcast

Wer erzählt Gerechtigkeit?

In der neuen Folge des ECCHR-Podcasts Framing Human Rights sprechen der Filmemacher Fazir Shariat, Regisseur des Films Staatsschutz, und der Jurist Khalid El Mahmoud, Legal Trainee beim ECCHR, über institutionellen Rassismus, die Grenzen des Rechts und die politische Kraft des Erzählens.

Wer erzählt Gerechtigkeit?

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Was bedeutet Gerechtigkeit, wenn diejenigen, die sie durchsetzen sollen, selbst Teil gesellschaftlicher Machtverhältnisse sind? Und was kann ein Film erzählen, was juristische Texte nicht sichtbar machen können?

Ausgangspunkt der neuen Folge von „Framing Human Rights“ ist der Politthriller „Staatsschutz“ von Regisseur Faraz Shariat und Drehbuchautorin Claudia Schäfer, der seit dem 27. August 2026 in den deutschen Kinos läuft. Der Film feierte seine Premiere im Panorama der Berlinale 2026 und wurde dort mit dem Panorama-Publikumspreis ausgezeichnet.

Im Mittelpunkt steht die koreanischstämmige Staatsanwältin Seyo Kim, deren Vertrauen in das deutsche Justizsystem nach einem rassistischen Angriff ins Wanken gerät. Als sie auf weitere Fälle rechter Gewalt und schließlich auf Verbindungen zu einem rechtsextremen Netzwerk stößt, beginnt sie, die Institutionen zu hinterfragen, denen sie selbst angehört.

Anhand von Seyo Kims Ermittlungen wirft „Staatsschutz“ eine grundlegende Frage auf: Was passiert, wenn die Institutionen, die Recht durchsetzen und vor Gewalt schützen sollen, selbst in gesellschaftliche Machtverhältnisse verstrickt sind? Der Film fragt damit auch, wie sich entscheidet, welche Formen von Gewalt gesehen, verfolgt und geahndet werden.

Was steckt hinter dem Titel „Staatsschutz“?

Im Gespräch erzählt Faraz Shariat, warum es im Film nicht nur um rechte Gewalt, sondern auch um die Strukturen dahinter geht. Wen schützt der Staat, und was passiert, wenn diejenigen, die Recht durchsetzen sollen, selbst Teil dieser Strukturen sind?

Khaled El Mahmoud bringt eine juristische Perspektive auf diese Fragen mit und spricht über die blinden Flecken eines Rechtssystems, das sich gerne als neutral und „farbenblind“ versteht. Der Film wird dabei zum Ausgangspunkt für ein Gespräch über Recht, Macht und die Frage, wessen Perspektiven sichtbar werden.

Diese Fragen stehen auch im Zentrum des Critical Legal Training (CLT) Programms des ECCHR: Im CLT setzen sich Menschen mit Recht als gesellschaftlichem Machtinstrument auseinander und lernen, wie sie juristische Mittel nutzen können, um für Menschenrechte einzutreten und Machtverhältnisse kritisch zu hinterfragen.

Welche Geschichten über Deutschland werden erzählt? Und was verändert sich, wenn man sie aus einer anderen Perspektive betrachtet? Darüber sprechen Faraz Shariat und El Mahmoud in der neuen Folge von „Framing Human Rights“.

Diese Episode ist auch auf Apple Podcasts, Spotify und Youtube verfügbar.

Der Film „Staatsschutz“ ist seit dem 27. August 2026 im Kino. Mehr Informationen zum Critical Legal Training findet ihr auf unserer Website.

Filmemacher

Faraz Shariat

Völkerrechtler

Khaled El Mahmoud

Politische:r Geograf:in und Essayist:in

Sinthujan Varatharajah

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